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Im Jahre 1955 hatte der Rosenmontagszug das Motto "Funken aus aller Welt". Hierbei durfte das Tanzcorps im Original-Funkenkostüm den Zug mitmachen. Auch in den Jahren 1956 - 1959 nahm die Gesellschaft an den Rosenmontagszügen teil. Das Jahr 1959 war für die Flittarder Karnevalsgesellschaft ein bitteres Jahr. Der Saal, in dem die Karnevalssitzungen abgehalten wurden, wurde zu einem Kino umgebaut. Man versuchte, in einem anderen Saal in Stammheim weiterzumachen. Die Schwierigkeiten wurden jedoch so groß, daß sich die Mitglieder immer mehr zerstreuten. Das Tanzcorps, das noch zwei weitere Jahre länger bestand, löste sich ebenfalls auf. Dann kam die große Pause.

Peter Hoffmann hielt aber die Verbindung nach Köln zum Festkomitee trotzdem aufrecht. Sein Tod im Jahre 1970 beendete sein Wirken für das Wohl der Gesellschaft.
In den Jahren 1970/71 baute die Schützenbruderschaft von Köln -Flittard eine Halle als Zeltersatz. Beim Schützenfest 1971 kam Rudolf Hoffmann, der Sohn von Peter Hoffmann, mit dem Schützenbruder Heinz Wallau ins Gespräch. Heinz Wallau, Mitglied der Ehrengarde der Stadt Köln, kannte sich im Kölner Karneval aus. Die beiden beschlossen, die Gesellschaft wieder neu zu beleben. Rudolf Hoffmann fand einige Mitglieder die bereit waren, wieder mitzumachen. Das war der neue Start der Flittarder Karnevalsgesellschaft nach der großen Pause. Mit den wenigen Mitgliedern, die zur Verfügung standen, konnte man jedoch keine Karnevalssitzungen aufziehen, zumal man wieder ganz von vorne beginnen mußte . Deshalb halfen die Schützen aus. Am 14.1.1972 fand die erste Sitzung statt und wurde ein großer Erfolg. Der Elferrat setzte sich je zur Hälfte aus Mitgliedern der Karnevalsgesellschaft und der Schützenbruderschaft zusammen. Für das Programm zeichnete Heinz Wallau verantwortlich. Er leitete auch die Sitzung. Für den Elferrat wurden die alten Röcke wieder hervorgeholt und dazu neue Mützen angefertigt.


Heinz Wallau
Bei der konstituierenden Sitzung am 27.1.1972 wurde Rudolf Hoffmann zum 1. Vorsitzenden gewählt, zum Präsidenten bestellte man Heinz Wallau. Von diesem Zeitpunkt an arbeitete Rudolf Hoffmann mit seinen Getreuen unermüdlich am Wiederaufbau der Gesellschaft, um die Jahre der großen Pause wieder aufzuholen.
Er warb neue Mitglieder, beschaffte Geld und organisierte, was noch fehlte: Die Orden der Gesellschaft wurden nach seinen Entwürfen hergestellt. Er malte auch die Bühnenbilder und brachte die Dekoration im Saal an. Er bemalte die Wagen für den Sonntagszug und half bei der Herrichtung der Narrenburg.
Die Gesellschaft verdankt Rudolf Hoffmann, daß sie heute wieder einen Namen hat. Im Jahre 1974 übernahm Walter Bargon als Präsident das Narrenzepter. Er machte es sich zur Aufgabe, die Tradition der Gesellschaft, die er übernommen hat, weiter fortzuführen und den Gedanken des Kölner Karnevals in Flittard wachzuhalten. Unvergessen sind die von ihm geleiteten Sitzungen, in denen er als Knoblauchs-Gried mit einer Lauchstange als Narrenzepter und einer Präsidentenkette aus Knoblauchzehen einem Elferrat vorstand, der seinerseits hinter Marktständen in Kostümen als Marktfrauen und Männer den passenden Rahmen bildete.

Walter Bargon
Diese Marktsitzung oder auch Millieusitzung ist auch heute noch weit über Flittard hinaus bekannt und beliebt. Am 7.Mai 1977 konnte die Gesellschaft nach langen Verhandlungen mit der Stadt Köln und monatelangen Renovierungsarbeiten ihr heutiges Domizil, die "Narrenburg", einweihen. Der Bezug der Narrenburg war sicher ein bedeutender Meilenstein in der Geschichte der Gesellschaft; denn in ihr können alle Feiern der Gesellschaft abgehalten werden.
   
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